• Schamrock Dichterinnen

Angela Dauber

wurde 1946 in Bad Homburg geboren, lebt seit 1966 vorwiegend in München

Studium der Theaterwissenschaften in München, Tanztraining; ab 1975 Tanz/Ballettdramaturgin für John Neumeier, Hamburg Ballett, Heinz Spoerli, Zürich Ballett und 1975 – 1989 zusammen mit Birgitta Trommler Gründung und Leitung des Tanzprojekt München, einer freien Company für zeitgenössischen Tanz und Tanztheater; Gastspiele bei nationalen und internationalen Tanz- und Theaterfestivals u.a. in New York, Washington, Philadelphia, Florenz, Mailand, den Haag, Ossiek, Villach, Salzburg und Wien.

1983 – 91 abendfüllende Tanz/Theaterchoreographien; ab 1985 auch Performances und kommunikative Aktionen im öffentlichen Raum, u.a. 2008 das mehrwöchige Projekt "zwie sprach | mobile brief börse"
ab 1987 zusammen mit dem bildenden Künstler Samuel Rachl Installationsperformances, konzipiert und installiert wurden die Performanceräume u.a. für und in der Galerie Bauer&Bloessl Nürnberg, Kunstverein Rosenheim, Landespavillon Baden-Württemberg, Akademie Schloß Solitude Stuttgart, Staatstheater Darmstadt, Nationaltheater Mannheim, bei den "Literaturtagen 2000" Ingolstadt, in München in der Galerie der Künstler, Orangerie, Villa Waldberta, Reaktorhalle, Hofgarten und wiederholt im öffentlichen Raum; 1991 Gast der Akademie Schloß Solitude, ab 1994 Wortarbeit, Sprechgeschichten und Schreiben

Buchveröffentlichungen: "München Bagdad", lyrische Zeitcollage 2004; "Menschen. In Städten – z.B. Lissabon", poetische Gedanken-Gänge 2007; "Das Kind" kleine Ringerzählung 2008; alle erschienen bei epodium Verlag München

www.angela-dauber.de

Salon 4, 2009: Generation IV
Schamrock-Salon 10, 2011: zu Gast beim Münchner März der Frauenedition
Salon 15, 2013: Die Nacht der Dichterinnen x2

6 Vierzeiler

Ist Ich
ist du

Gesicht verliert sein Bild
und Luft fällt in die Flanken

Ist Ich sind
er und sie mein Du

bin ich mit Fluß und Sprache zwischen den Schenkeln
und Worten der Scham und Sicherheit

Bin
schon

Dir entgegen
scham rot unter Rock und Hose

Allein mit mir im Spiegel in mich versunken
öffnet sich mir ein Mund

ich
Du

Ein Atem zwischen hier und dann
Würmer und dann

ist
es
Zeitcode
Sprachcode
Sprechcode

__mündlich
__flüchtig
__revidierbar
__vorsichtige Annäherung
__sprechen als ein Akt des Hörens
__und die Gleichzeitigkeit von leben erleben äußern
__die Utopie von teilen mitteilen Austausch unmittelbar
__das weiße Zimmer der Ort
__ein Moment der Erwartung
__flüchtig
__wie Schnee

______warum hast du ein leeres Zimmer fragt das Kind
______sagt ich weiß was ich tun würde mich nackt ausziehen
______und auf den Boden legen

______die Arme ausgebreitet mit geöffneten Handflächen
Esel du
verirrt in eine fremde Welt der Ordnung und Gewißheit

nachts bockst du
reitest rücklings die Paragraphen des Geschlechts deins
seins ihrs
und fügst dich tags
gepaart und ins Geschirr gebannt
den tausend Strategien der Seele allein dein Leib
will Schweiß und satte Schöße

wann schrieb ich wann
Dein Po
mein Ruhekissen
wann wann nur
wann