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___Festival 2018___________Europe_Inside_/_Outside___________Wien 24_10 | München 26-28_10

Katrin Sofie F.
(München)
Sonntag, 28. Oktober, 18 Uhr
whiteBOX München

Foto Helena Heilig

Katrin Sofie F., *1977 in Heidelberg. 
Erst Schauspielerin, dann Sprachwissenschaftlerin. Als sie 2013 nach München zieht, plötzlich Musikerin.

Mit ihrer Band KATRIN SOFIE F. UND DER DÄNE gewinnt sie 2014 den Giesinger Kulturpreis mit Spoken Beat – einer ungewöhnlichen Mischung aus Spoken Word-Texten, Drums als Lead-Instrument und Bass.

Auch solo steht Katrin Sofie F. für kraftvollen Minimalismus: Messerscharfe Texte auf der Suche nach Freiheit, gepaart mit der Kraft der Verwirrung, Bass und einem Hauch Punk.

soundcloud.com/katrin-sofie-f-der-d-ne

Katrin Sofie F., *1977 in Heidelberg. 
First actress, then linguist. When moving to Munich in 2013, all of a sudden musician.

Together with her band KATRIN SOFIE F. UND DER DÄNE she wins the Munich Giesinger Kulturpreis in 2014 performing Spoken Beat – an unusual mixture of spoken word, drums as the lead-instrument, and bass.

Also as a soloist Katrin Sofie F. represents powerful minimalism: razor sharp writing in search for freedom, paired with the force of confusion, bass and a touch of Punk.

soundcloud.com/katrin-sofie-f-der-d-ne

Revolte

Was ist dein Generationen-Gen? X,Y,Z oder gleich wieder gehen?
Golf, Alpha-Wolf oder traditioneller Stolz?

Philosophen treffen sich am Küchentisch,
Finger wandeln wie Taranteln über jede einzelne Geschichte.
Jeder eines Nachts plötzlich ein Dichter,
verdichtete Gewichte in Gedichtform Schicht für Schicht. Ein x-beliebiger Tisch wird zum Stammtisch,
wo BILD-Schlagzeilen Schläge austeilen,
und mit der Schläue von Bauern den Verfall bedauern.

Du hast noch Druckerschwärze in der Fresse,
deine komprimierte Meinung ist ’ne lächerliche Presse, kommt Zeit, kommt Rat, kommt zu bereuende Tat, kommt Herren- oder Damengedeck:
Scheiß auf Alkohol und Gender, kipp das Zeug weg! Schenk mir ein Dagegen,
ich möchte mich bewegen.
Frage: Haste mal ’ne Revolution für mich?

Dein Kalender stresst. Leerstellen füllen,
du feierst jeden Tag ein Fest. Doch liegt er brach, wird es arg.

Die Einteilung ist eine gähnende Matrix,
leer und verpasst und die Tage, sie schaun’ dich an ohne Augen, an ohne Augen.
Lieber wieder diesen sturen Zahlen glauben,
der verlässlichen Information über deine karmische Disposition, Tüte an, Tüte auf, kein Lohn,
kein Applaus fürs letzte Charityprojekt,
und in das hast du echt viel Liebe gesteckt.
Und in all deinen Überstunden noch das kleinere Übel gefunden, auch, um deine soziale Statistik aufzurunden.

Dann auf dem Schreibtisch ihr Bild: Sommer, Strand, Lächeln,
ein entwaffnendes Was. Dann dieser Gedanke: Danke.
Du warst die Höhensonne in meinem Goldfischglas.

Schenk mir ein Dagegen, ich möchte mich bewegen.
Frage: Haste mal ’ne Revolution für mich?

Alles selber machen

Ich will das alles selber machen. Ich will Lachen selber machen. Ich will Zeit selber machen.
Nur meinen Körper, den lass ich machen.

Ich will das alles selber machen. Ich will Glück selber machen. Ich will’s mir selber machen.
Nur mein Unglück, das lass ich machen.

Volle Kontrolle. Volle Kontrolle.

Ich will das alles selber machen.
ich hab’ da noch nie was machen lassen. Denn ich bin nicht gut im Lassen.
Ich lass mich mal lieber selber machen.

Und ich hab’ keinen Liebeskummer, ich mach’ Liebeskummer!

Erstschlagtheorie
statt reaktiver Apathie.